Mehr für Care



An die 200 Menschen versammelten sich lautstark und bunt am Freitag, 2. Dezember am Linzer Taubenmarkt und abschließend mit einer Menschenkette beim Landhaus, um von Landtag und Landesregierung mehr Geld und mehr Personal sowie bessere Arbeitsbedingungen in Oberösterreichs Spitälern, Pflege- und Sozialeinrichtungen, Kindergärten und Krabbelstuben zu fordern.

Foto Mehr fr Care Dez 22 01 kl

Veranstaltet wurde die Aktion vom OÖ-Netzwerk „Mehr für Care-Arbeit!“, das von sieben zivilgesellschaftlichen Initiativen getragen wird: Treffpunkt Pflegepersonal, Mensch & Arbeit Nettingsdorf, MENSCHEN WÜRDIG PFLEGEN KOSTET MEHR, Sozial betrOFFEN, Betriebsrat SHV Linz-Land, Solidarwerkstatt Österreich, Bündnis 8. März.

Gudrun Bernhard, stv. Betriebsratsvorsitzende Diakoniewerk OÖ, wies auf die Ursachen der Misere im Behindertenbereich hin: “Die Personalnot im Behindertenbereich ist hausgemacht – Landhaus-gemacht. Seit 2015 wurde das Budget um 15% gekürzt. 15% weniger Mitarbeiter:innen bedeuten prekäre Dienstzeiten, Qualitätsverlust, Bedingungen, unter denen niemand gerne arbeitet. Viele verlassen die Branche. Imagekampagnen allein helfen da nicht – es braucht eine deutlich bessere Finanzierung.“ Ihre Schlussfolgerung: „Wir müssen unsere Landesregierung in die Verantwortung nehmen.”

Wir kommen wieder!

Dass Kraft, Engagement und Ausdauer dafür vorhanden sind, zeigte die – für das Organisations-Netzwerk unerwartete – hohe Beteiligung an der Kundgebung. Auch der Zuspruch der Passant:innen war groß. Die Menschen-„Rettungs“-Kette, die abschließend zum Landhaus zog, bestand aus hunderten 1. Hilfe-Tüchern, welche die Teilnehmenden selbst mitgenommen und beschriftet haben. Viele Menschen, die nicht dabei sein konnten, haben ihre beschrifteten Tücher bereits im Vorfeld abgegeben und damit die Forderungen an die Landespolitik unterstützt.

Schon jetzt rufen die Veranstalter dazu auf, solche Tücher weiter zu sammeln, „um im neuen Jahr die Kette der Tücher laufend zu verlängern.“ Soll heißen: Wir kommen wieder.